anslicht – im Profil

Ans Licht: Vorwort

Herzlich Willkommen zum Ökumenischen Kreuzweg der Jugend Ans Licht.

Der Kreuzweg im Profil

In tiefer Traurigkeit laufen zwei Menschen miteinander weg vom Ort des Geschehens.

Sie haben den Menschen verloren, dem sie alles entgegengebracht hatten, Hoffnung, Freundschaft, Jüngerschaft. Er sollte alles anders werden lassen und war doch schmählich gescheitert, war verraten und hingerichtet worden.

Alles nun wie zuvor, nur dunkler denn je. Auch sie selbst sind in Gefahr, andere stellen ihnen nach. Pure Verzweiflung, kein Ausweg aus all diesem, nur noch Dunkelheit. Da begegnen sie einem Dritten, teilen mit ihm den Weg. Er setzt alles, was geschehen ist, in ein neues Licht, das alles verändert. Sie kennen ihn nicht und machen bei Tisch schließlich doch eine Erfahrung, die alle rationale Erkenntnis sprengt: Er ist derjenige, den sie verloren geglaubt hatten.

Nicht mehr Jesus, physischer Mensch wie sie, und doch in engster Gemeinschaft ihnen verbunden – das ändert alles: Er ist Jesus Christus, der Herr. Sein Kreuzweg ist der Weg zur Erfahrung des wahren Lebens. Die äußerste Grenze des Menschseins, der Tod, ist nicht das Ende.

Durch die Gemeinschaft mit Jesus ist der Tod Geschichte. Und bis in jede Dunkelheit unseres Lebens heute dringt dieses Licht hinein, dreht alle Wertigkeit um. Es wird hell, mitten in unserer Dunkelheit.

Was die beiden Emmaus-Jünger erfahren, ist gewissermaßen das andere Ende dessen, was in der Serie und Interaktion der Bilder des Kreuzwegs Ans Licht aufscheint. Abstufungen von Dunkelheit kennzeichnen seine Räume. Nur wenige Elemente kommen in den Fotografie-Malereien von Ben Willikens vor.

Eine Leiter ist der zentralste Gegenstand, daneben noch Stühle, Tücher, keine Menschen. Minimalistisch und schlicht und genau dadurch präzise und warm öffnen sie die inneren Räume der Dunkelheit in uns für Begegnung und Berührung.

Die Räume auf den Bildern sind Orte unserer eigenen Seele, Orte unserer Ängste, Sorgen, Nöte, unserer Gebrochenheit, unseres Leidens, unserer Verzweiflung, unserer Leere in einer Welt, die von außen so viele Realitäten und überreiche Erfahrungen für junge wie alle Menschen verheißt.

Die Räume der Kreuzwegbilder sind die Orte, an denen wir mit unserem Leben Jesus auf seinem Kreuzweg begegnen können und an denen er mit uns unterwegs ist.

Du, Jesus, bist den Weg durch die Dunkelheit gegangen, und du, Mensch, der du diese Bilder siehst, kennst deine dunklen Momente.

Gott aber lädt uns ein, zum Licht zu kommen. Deshalb lassen die Texte immer wieder beide Deutungen zu – die Anrede Du als Anrede an uns oder an Jesus. Dunkelheit wird schließlich in Licht gewandelt, dafür stehen die Inversionen der teils gleichen, eben nur entgegengesetzten Kreuzwegbilder, sie interagieren. Die physischen und metaphysischen Qualitäten von Dunkelheit und Licht profilieren unseren Weg mit Jesu Kreuz.

Ans Licht ist Euer Kreuzweg. Zu Ans Licht gehören alle Stationen eines klassischen Kreuzwegs, eben weil sie wie unsere inneren Erfahrungen nicht voneinander lösbar sind, sondern interagieren. Wie die nicht kalten, aber coolen Bilder, so sind die Inhalte, Texte, Gebete von „Ans Licht“ minimalistisch und eindringlich zugleich angelegt. Mehr Räume entstehen, um Gott zu hören.

Wir wünschen Euch gutes Gelingen und einen gesegneten Kreuzweg-Gottesdienst.

Im Namen der Herausgeber, des Redaktions- und Autoren-/Autorinnenteams und aller Macherinnen und Macher des Jugendkreuzwegs,

Alexander Bothe
Geschäftsführer und Redaktionsleiter des Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend