O-Töne

MARKUS HARTMANN
Pastoralreferent und Referent für Glaubensbildung in der afj, Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz seit 2007. Hier liegt die Geschäftsführung für den JKW.

So spannend – zum einen, wie und warum dieser Altar entstanden ist! Ich stelle mir die kranken Menschen vor, die beim Betrachten dieses Bildes in all ihrem Leid mit Gott in Kontakt kommen – vielleicht mit ihm hadern, vielleicht Kraft schöpfen, ihr Leben hinhalten oder ihre Not unters Kreuz werfen. Zum anderen, dass das nicht eine Spur von Aktualität verloren hat. Das alte Bild, eine neue Ästhetik und schon ist die Aktualität von damals wieder gegeben. Über die Jahrhunderte hinweg vereint dieses Bild Menschen in ihrem Bitten und Beten.
MICHAEL FREITAG
Pastor, Referent für Theologie, Bildung und Jugendforschung bei der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)

In dieses Bild vom leidenden Christus muss ich mich vertiefen, damit es nicht oberflächlich bleibt. Was dann mit mir passiert, kann ich mit vier Worten beschreiben: „Gott kommt mir nahe“. Das berührt und tröstet mein Herz und das rührt meine Hände: zum Schreiben von Texten für den Jugendkreuzweg – und zum Helfen.
CONNI DASSLER
Landesjugendpastorin der Ev.-luth. Landeskirche Hannover

Schon mit ungefähr zehn Jahren habe ich vor dem Altarbild in Colmar gestanden und gestaunt. Seitdem begleitet mich dieses eindrucksvolle Bild. Den Zeigefinger des Johannes habe ich nie vergessen. Wenn ich diesem Fingerzeig auf das Kreuz Jesu folge, entdecke ich immer wieder von neuem, dass Gott mit seiner Liebe bei uns Menschen ist. Deshalb ist es für mich ein schönes Bild. Ich hoffe, dass viele Jugend - liche einen Fingerzeig für ihr Leben im ökumenischen Kreuzweg der Jugend 2014 finden.
NORBERT M. BECKER
Herz-Jesu Missionar, kath. Priester; Autor, Texter und Komponist Neuer Geistlicher Lieder

Dieser Kreuzweg ist für mich wie eine Zeitreise – ins späte Mittelalter, – in die Zeit Jesu und wieder zurück zu uns, hinein in unsere Erfahrungen mit dem Kreuz. Das zentrale Gemälde des Isenheimer Altars lädt mich ein, genau hinzu- sehen und wahrzunehmen, was Menschen wohl erlebt haben bei der Kreuzigung Jesu. Und das bringt mich sehr schnell zu Menschen, die ich kenne, zu ihrem Schicksal, zu ihrem Erleben von Leid und Tod. ... Und doch ist da immer das Kreuz, das mich beten und hoffen lässt.
TOBIAS PETZOLDT
Dozent für Bildungsarbeit mit Jugendlichen (Evangelische Hochschule Moritzburg), Text- und Liedautor

Bei der Betrachtung eines jeden Kreuzweges wird deutlich, dass Gott ein mit-leidender Gott ist. Das haben Christen zu allen Zeiten erfahren und in Bild und Wort erzählt. Heute tun wir das.
DANIEL GEWAND
Diplomtheologe und Pastoralreferent im Aufgabenbereich „ Junge Erwachsene “ in der Abteilung Seelsorge des Bischöflich-Münsterschen Offizialates.

Der diesjährige Jugendkreuzweg gefällt mir, da er über die Bildästethtik eine Brücke zwischen Alt und Modern schlägt. Die Bilder erleichtern mir den Zugang zum fast 500 Jahre alten Isenheimer Altar und verkünden mir so das Kreuzweg - geschehen von vor 2000 Jahren, als ein für mich und mein Leben relevantes Ereignis. Der Titel „Jener Mensch Gott“ weist dabei auf den Gott hin, der auch für mich Mensch ge - worden ist. Dieser menschgewordene Gott kennt all meine menschlichen Sorgen, Ängste, Freuden und Hoffnungen, und deswegen kann ich sie mit ihm teilen.
GREGOR LINSSEN
Texter, Komponist und Musiker; freier Referent für Neue Geistliche Musik

Vor Augen nur ein Kreuz zu haben und nicht die Bildvielfalt eines klassischen Kreuzwegs, konzentriert die Gedanken auf das Wesentliche. Das Kreuz des Isenheimer Altars ist so intensiv, dass es nicht mehr braucht.