Kreuz-Stab

Kreuz-Stab

Aktion: Kreuz-Stab

Vorbemerkung:
„Kreuz-Stab“ hilft, die eigenen, persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse beim Namen zu nennen. Jede und jeder soll die Möglichkeit haben, sich selbst und sein Leben mit in den Kreuzweg einzubringen.
Wichtig: Bereits bei der Vorbereitung werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gebeten, Zeitungsausschnitte zu sammeln und mitzubringen, die von „durchkreuztem“ Leben, von Scheitern und Schuld berichten.

Material:
Zeitungsausschnitte (bereits vorbereitet und mitgebracht)
Papier von Zeitungsendrollen (auf DinA6 geschnitten)
Stifte
eine große Schale (evtl. auf dem Altar)
eine kleine Wanne mit Wasser
Küchentücher zum Händereinigen
Tapetenkleister (ca. 1 EL auf einen Liter Wasser)
Folienbahn, um den Boden am „Arbeitsplatz“ zu schützen
Holzstab oder –stäbe (z.B. eignen sich Dachlatten)
ca. 2,5 – 4 m lang / Durchmesser: 3-4 cm

Ablauf:
Lied vor der Aktion: Das Ende ist Anfang

Einleitende Gedanken (vor der Aktion vorlesen):
Lebenswege und Lebenssituationen brechen ein, brechen zusammen.
Da wird uns ein Strich durch die Rechnung gemacht
Wünsche, Hoffnungen, Perspektiven und Pläne scheitern, werden durchkreuzt.
Die Wirklichkeit durchkreuzt unsere Vorstellungen. Manchmal geschehen Dinge, da scheint das Leben gegen uns zu stehen. Manchmal tun wir das unsere dazu:
wir bestrafen uns selbst, wir setzen uns Gefahren aus, wir „spielen“ mit unserem Leben.

Hier und da machen wir uns das Leben gegenseitig schwer.
Hier und da müssen wir hilflos zusehen, wie Angst, Gewalt, Krankheit und Leid zu unserer menschlichen Wirklichkeit gehören.
Hier und da sind wir selbst die Betrogenen, die Geschlagenen, die Verachteten.


Nach einer kurzen Erklärung werden an die Teilnehmenden Papier und Stifte verteilt. Sie werden gebeten, eigene Erfahrungen, Erlebnisse und Erinnerungen von „durchkreuztem“ Leben oder ähnlichen Situationen aufzuschreiben.
Im Hintergrund kann ruhige Musik laufen.

Die beschrifteten Zettel und die mitgebrachten Zeitungsartikel werden nach vorne (zum Altar) gebracht und in die Schale gelegt.

Jugendliche aus dem Vorbereitungsteam können danach einige Zeitungsartikel, auf keinen Fall aber die persönlichen Berichte vorlesen. Diese Phase sollte nicht zu lange dauern. Nach den Beiträgen stimmen alle einen Liedruf (beispielsweise: „durchkreuzt“, s. Liedbuch) an.

Die Papierstücke werden nun in dem vorbereiteten Kleister-Wasser ca. 1 Minute eingeweicht und anschließend um den Holzstab (bzw. die -stäbe) geklebt.
Die Texte werden am Ende nur noch bruchstückhaft lesbar sein; jedoch wissen alle, dass ihre Gedanken und Erinnerungen auf dem Holz haften.

Ein Kreuzstab kann mit auf den Weg genommen werden oder in der Kirche bleiben.
Ein Kreuzstab kann quer in einen Kircheneingang gestellt werden.
Ein Kreuzstab kann für Unruhe sorgen und im Weg stehen.
Ein Kreuzstab kann so die Gemeinde zum Nachlesen und Nachdenken einladen.

Wichtig:
Für jede teilnehmende Gruppe/Gemeinde sollte mindestens ein zu gestaltender Kreuzstab zur Verfügung stehen, der nach dem ökumenischen Jugendkreuzweg mitgenommen werden kann!
Die weitere Nutzung der Kreuzstäbe hängt ab von den Gegebenheiten in Liturgie und Brauchtum der jeweiligen Gemeinden während der Kar- und Ostertage!

Vorschlag:
Vor der Feier der Osternacht werden die Kreuzstäbe bei der Vorbereitung des Osterfeuers zersägt. Mit ihrem Holz (und dem beschrifteten/bedruckten Papier) wird dann das Feuer zum Brennen gebracht.
Alle, die während des ökumenischen Jugendkreuzwegs ihre Eindrücke und Erinnerungen von „durchkreuztem“ Leben eingebracht haben, werden so mit ihren Gedanken das Feuer nähren, das vom Leben singt und Auferstehung verheißt.

Vater unser

Segen

Schlusslied: Keinen Tag soll es geben