Hand anlegen

Hand anlegen

Aktion:

Vorbemerkung: Durch die ganze Glaubensgeschichte trägt sich eine Hoffnung: Gott legt Hand an und schafft ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens. Ein neues Paradies.
Bis heute hat diese Hoffnung nichts von ihrer Kraft eingebüßt. Bis in unsere Tage und in unsere Herzen hinein hält die Sehnsucht nach einer friedlichen und erlösten Welt, nach Zukunft und nach Gottes Kommen an.
Und vor allem: Bis heute drängt diese Hoffnung dazu, gelebt zu werden.
Sie will gelebt sein. Jeden Tag.
Mit Herz und Hand, mit Verstand und aus Gottes Geist!
Sie stiftet Menschen an, Hand anzulegen an diese Welt und Stück für Stück an Gottes Reich mitzubauen.

Mögliche Abläufe:
im Folgenden sind einige Aktionsmöglichkeiten aufgelistet, die zum „Hand anlegen“ anstiften möchten. Sie mögen individuell zusammengestellt werden.

1. Handmeditation
Teilnehmer betrachten Ihre Hände:

Text 1: Handgebrauch
Eine Hand zur Faust ballen
oder eine Hand reichen

Die Hand gegen andere erheben
oder für andere ins Feuer legen

Beide Hände in den Schoß legen
oder eine Aufgabe in die Hand nehmen

Wie auch immer du handelst:
Es liegt in deinen Händen.
Du hast freie Hand.

oder

Text 2: Handreichung
Einer wusch seine Hände in Unschuld,
eine Hand wusch die andere
und dann legten sie Hand an ihn.

Vorher trugen sie ihn auf Händen.
Dass sich aber keiner die Macht aus den Händen reißen lassen wollte,
lag auf der Hand

Bei einem Handgemenge
bekamen die Handlanger der Macht
ihn in die Hände.

Hinter vorgehaltener Hand sagte man,
einer der Seinen hätte seine Hand im Spiel gehabt
gegen ein Handgeld.

Ihre Hand aber war offen,
und mit sanfter Hand
strich sie über sein Antlitz

2. das Vaterunser beten:
- mit empfangenden; nach oben geöffneten Händen,
- in der Weise, dass die linke Hand zum Empfang geöffnet ist, die rechte, den Rücken des Nachbarn stützt
Mögliche Einleitung zum „Vater unser“ (wenn nicht an anderer Stelle gebetet):
In Jesus gewinnt Gott Hand und Fuß und offenbart sich uns als liebender Gott.
Als ein Gott, den wir als Vater ansprechen dürfen.
In Seine Hände legen wir unsere Gebetsanliegen, unsere Vorhaben, unsere Freude und unser Leid.

3. Fingerabdruck als Gebet
Vor dem Bild der letzten Station, das auf einer Staffelei oder an den Altar gelehnt deutlich erkennbar ist, liegt ein leerer Plakatkarton mit der Überschrift: „Die Hände des Menschensohns“.
Zu meditativer Musik kann sich jede/ jeder in Stille ein konkretes Vorhaben vergegenwärtigen und durch den eigenen Fingerabdruck „handfest“, verbindlich machen, ihre/ seine „Unterschrift“ leisten.

Einladungstext hierzu:
Gott wird handgreiflich – in Jesus, dem Christus, dem Menschensohn.
Gott gewinnt im wahrsten Sinne des Wortes Hand und Fuß.
Er lässt sich einfordern und macht sich konkret.
Aber er traut uns auch zu, dass wir an Seinem Reich mitbauen.
Er legt Verantwortung in unsere Hände.
In meine Hände und in Deine.
Nimm Dir ein Projekt vor, ein kleines oder ein großes, für die kommende Woche, die Karwoche (Zeitraum variabel).
Nimm ein Projekt in die Hand.
Wo willst Du zupacken, um an Seinem Reich mitzuwirken?
Wo packst Du Unrecht an und wandelst es in Recht?
Wo hilfst Du Gebeugten auf oder stützt Schwache?
Überlege gut.
Nimm ein Projekt in die Hand – ganz verbindlich!
Und „unterschreibe“ mit Deinem Fingerabdruck.

Material: Plakatkarton, ausreichend viele, mit frischer Tinte aufgefüllte Stempelkissen.

Ausreichend Zeit einplanen!
Der Plakatkarton sollte von möglichst vielen Seiten gut erreichbar sein,
zudem sollten immer nur wenige gleichzeitig aktiv sein.
Eventuell kann ein Körbchen mit den Postkarten, die Gebetshände abbilden und die Handmeditation wiedergeben, bereitgestellt werden, um TeilnehmerInnen, die bereits „fertig“ sind im Gebet zu halten.

4. andere mögliche Umsetzung: als „Handkarte“:
Es liegt Papier aus, in das die Teilnehmer die Umrisse Ihrer Hand malen und hineinschreiben, was sie sich vornehmen (s.o.). Die Zettel werden gesammelt und z.B.
- einem Gebetskreis anvertraut;
- bleiben über die Kartage sichtbar in einem Altarraum und werden in die Liturgie der Osternacht einbezogen;

Wichtig: es muss offen gelegt werden, was mit den Zetteln geschieht, und dass sie diskret und vertraulich behandelt, NICHT gelesen werden.


Lied

Gemeinsames Schlussgebet:
„Gott hat keine Hände,
nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße,
nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen,
nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe,
nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.“

So wollen wir Dir nachfolgen, dem Menschensohn Jesus, dem Christus,
von Dir künden in unserem Tun und Denken.
Schenke uns dafür Beherztheit, Kraft und einen wachen Geist.
Und lege auf uns Deinen Segen:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes

Schlusslied