Die Stadt ins Gebet nehmen

Die Stadt ins Gebet nehmen

Aktion: Die Stadt ins Gebet nehmen

Vorbemerkung:
Diese Aktion möchte einladen, die eigene Stadt mit neuen Augen zu sehen.
Sie möchte sensibilisieren für Orte der Angst, der Gewalt, des ausgegrenzt- Seins, aber auch für Orte der Hoffnung und der Solidarität.
Die Vorbereitungsgruppe sucht 3-4 passende Orte auf, die zu den Themen der einzelnen Stationen des JKWs passen.
Beispiele: Jesu Verhaftung: Gefängnis/Polizeistation; Jesu Verspottung: Schulhof, Behinderten Werkstatt; Simon von Zyrene hilft das Kreuz tragen: Armenküche, Krankenhaus, eventuell auch Hospiz (als Orte des Helfens, Lindern und der Hoffnung); Jesu Tod: Gedenkstätte für jüdische Mitbürger/innen, die ins KZ transportiert wurden, Friedhofskapelle.

Zwei Möglichkeiten der Umsetzung:
1.Diese Orte werden auf dem Stadtplan markiert und die entsprechenden Daten dazu werden bei der Aktion vorgetragen( kurze Schlaglichter auf diesen ausgewählten Ort, mit Hinweis zum Kreuzweggeschehen);
2. Es findet nach der Gebetsstunde noch ein Schweigemarsch zu diesen Plätzen statt
(hier bitte zuvor mit den Institutionen oder den zuständigen Behörden Kontakt aufnehmen).

Materialien:
Stadtplan auf A0 kopieren (zusammen gesetzt aus 8x A3 Blättern)
Teelichter
große Klebepunkte oder ähnliches zum Kennzeichnen der ausgewählten Stellen


Ablauf:
Lied zur Aktion: "Sagt was ihr wollt"

Einleitende Gedanken:
Sie begegnen uns Tag für Tag, die verschiedenen Gesichter unserer Stadt. Die Frau, die gehetzt durch die Stadt läuft und mit sich selber spricht. Lachende Kinder auf dem Weg zur Schule und der Verkäufer mit der Obdachlosen Zeitung. Um die Dealer vor dem Bahnhof machen wir einen Bogen und die bettelnde Roma Frau nehmen wir gar nicht mehr wahr.
Wir kennen uns aus in unserer Stadt, wir wissen den Weg zu unserem Lieblingscafe und die Namen der Straßen, durch die wir nachts nicht nach Hause gehen.
Heute sind wir eingeladen zu einer besonderen Entdeckungsreise durch unsere Stadt, zu Straßen, die wir lieber meiden, zu Häusern, die wir ungern betreten, zu Plätzen, an denen ungeheuerliches geschah.
Wir werden Orte kennen lernen, an denen die Hoffnung lebt.
Dieser Weg erfordert Mut, er wird uns herausfordern. Danach werden wir unsere Stadt mit neuen Augen sehen. Wir sind nicht einzeln unterwegs, sondern in dieser Gemeinschaft und auch ER, der Mensch aller Menschen begleitet uns.


Beispiel für Einleitung an einer der Stationen:
1. Sprecher/in – hinführende Worte am Stadtplan:
Gewalt, Unterdrückung, Armut und Ausgrenzung,
dies alles begegnet uns täglich, wenn wir mit offenen Augen durch unsere Stadt gehen.
Wenn wir uns nun verschiedene konkrete Orte in der Stadt vergegenwärtigen und „ins Gebet nehmen“, so bedeutet dies, wir stellen das, was uns dort begegnet in den Mittelpunkt unseres Gespräches mit Gott.
Wir vertrauen ihm die Menschen und ihr Schicksal an.
Aber wir sind auch selber herausgefordert: „Die Stadt ins Gebet nehmen“ heißt auch aus der Perspektive Jesu auf die Menschen zu schauen, sie mit seinen Augen sehen.

2. Sprecher/in:
Der/die nächste Sprecher/Sprecherin stellt nun den ersten Ort/ die Gedenkstätte/ etc.
vor und stellt Bezug zum Kreuzweg her.
Anschließend wir eine Kerze/ ein Teelicht entzündet und abgestellt.
Nach einem kurzem Moment des Schweigens:

Liedruf: beispielsweise Refrain von „Sagt was ihr wollt“

Ähnlich können alle Stationen des Schweigemarsches gestaltet sein.
Abschießend: Vater unser

Segen:
Guter Gott, wir bitten dich:
Dein Segen tröste uns, wenn wir uns schwach und hilflos fühlen.
Dein Segen stärke uns in unserem Einsatz für eine menschenfreundlichere Welt.
Dein Segen begleite uns heute und alle Tage auf unseren Wegen.
So segne uns der Dreieinige Gott...

Lied: Seht welch ein Mensch