Agapefeier

Agapefeier

Aktion: Agapefeier

Vorbemerkung: Eigentlich beginnt der Leidensweg Christi, ganz in biblischer Tradition, mit dem Abendmahl Jesu mit den Jüngern. Es ist das sogenannte Pesachmahl, das er mit seinen Jüngern feiert. Es wurzelt im gemeinsamen Mahl vor der Flucht und der Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten.
Jesus deutet es um, er deutet es neu und erschließt uns somit das Abendmahl/ die Eucharistie in ganz anderer Weise. Er holt das Mahl raus aus dem historischen-traditionellen Kontext und deutet es in unser Leben hinein.

Schmerzlicherweise können wir heute als Geschwister im Glauben das Abendmahl, die Eucharistie noch nicht gemeinsam über die Konfessionsgrenzen hinweg an einem Tisch, an einem Altar feiern.
So schlagen wir als Redaktionsteam zum Abschluss des Jugendkreuzweges ein gemeinsames Mahl in Form einer Agapefeier vor, ein „Liebesmahl“ in liebender Aufmerksamkeit. In ihm teilen wir was für uns grundlegend ist: die geschwisterliche Gemeinschaft, das helfende Miteinander, das Teilen des Wortes, das Teilen des Glaubens, des Essens und Trinkens.

Die Agape ist Zeichen der Liebe der Versammelten zu Gott und untereinander; sie ist auch Zeichen der Verbundenheit mit unseren Mitmenschen weltweit.
Letzteres kann seinen Ausdruck dadurch finden, dass Gaben mit weniger Bemittelten geteilt -, oder zu Spenden für ein sozial-caritatives Engagement gesammelt werden.

Wir bitten darum, die Agapefeier so anzukündigen und zu feiern, dass das Liebesmahl seinen Ausdruck findet und keine Verwechslung mit der Eucharistie oder Abendmahlsfeier entstehen kann. Sie sollte deswegen auch nicht in einem sakralen/ kirchlichen Raum stattfinden, und es sollte richtiges Brot, nicht Hostien, verwendet werden.



Material:
Steh-/ Sitzgelegenheiten
Kerzen
Osterkerze/ Christuskerze
Meditationsmusik

Rahmen:
Die Agapefeier sollte, wo es die Möglichkeiten zulassen, in einem profanen/ weltlichen Raum stattfinden. Genauso wie das Paschamahl ursprünglich in Hast stattfand, kann die Agapefeier im Stehen (rund um Stehtische) oder in kleinen Gemeinschaften auf Decken gefeiert werden.
Jeweils in der Mitte steht eine (nicht brennende) Kerze, und liegt ein Stück Brot.
Alle lassen sich in kleinen Gruppen nieder.
In der Mitte des Raumes steht eine brennende Osterkerze oder eine große andere Kerze, die die Gegenwart Gottes symbolisiert.

Einladung zum gemeinsamen Abschluss:
Vor Jesu Leidensweg stand das gemeinsame Abendmahl mit seinen Freunden und Jüngern. Schon lange teilten die Juden Jahr für Jahr hastig miteinander das Paschamahl, ganz so wie damals in Ägypten gerade an dem Abend bevor Gott selbst sie aus der Knechtschaft und Sklaverei geführt hat. Und er führte sie ins gelobte Land.
Dorthin, wo Milch und Honig fließen, wo sie die Fülle des Lebens genießen konnten.

Jesus erzählt uns mit seinem Tun und mit seinem Leidensweg diese uralte Geschichte neu. Er sagt: ich befreie Dich. Aus deinen Abhängigkeiten und aus Deiner Not.
Ich stärke Dich für Deinen Lebensweg. Und ich führe Dich in Dein gelobtes Land.

Darauf können wir bauen.
Als die, für die er diesen Weg gegangen ist, als Seine Brüder und Schwestern haben wir uns heute unter seinem Kreuz zusammen gefunden.
Wir haben miteinander und mit ihm unseren Glauben geteilt und unser Leben,
unsere Sorgen und Ängste, unsere Hoffnung und unsere Fragen.
Wir sind wie Geschwister seinen Weg gegangen und haben auf ihn geschaut,
wir haben sein Wort gehört und ihn erkannt.

Teilen wir nun miteinander Brot, wie er es so oft mit seinen Jüngern tat und stärken uns im gemeinschaftlichen Miteinander.

Ablauf:
Wenn notwendig, können die einzelnen Schritte erklärt werden; ansonsten sollte alles im Schweigen stattfinden. Im Hintergrund kann die Meditationsmusik des JKW abgespielt werden.
Schritt 1:
Einer pro „Tischgemeinschaft“ kommt in die Mitte zur „Christuskerze“, entzündet die „Gruppenkerze“ und bringt sie brennend wieder zurück.
Schritt 2:
Eine Person nimmt nun das Brot,
reißt ein Stück Brot für den Tischnachbarn linkerhand ab,
reicht ihm beides mit den Worten:
„Gott sieht dich und er stärkt dich!“
Ebenso verfährt der Tischnachbar bis sich der Kreis schließt (beim erneuten Abreißen muss man wohl das eigene Stück Brot ablegen oder improvisieren).
Dann erst essen alle gemeinsam ihr Stück Brot.

Je nach Gruppe kann nun eine Zeit des freien Gebets
oder auch freier Fürbitten folgen.
In beiden Fällen ist es gut, wenn es einen eindeutigen Abschluss der Beiträge gibt:
das Gebet mit einem lauten Amen, die Fürbitte mit einem „Herr, erbarme Dich“ oder passenden Liedruf.

Hier ist auch Zeit für eine Spendenaktion, sofern die Kreuzweggruppe ein Projekt unterstützen möchte. Es empfehlen sich, wo vorhanden, regionale Aktionen, da so ein deutlicherer Akzent des Miteinanders gegeben ist.

Überleitung zum Vater unser:
Jesus zeigt uns, dass Gott sich um uns sorgt, wie ein Vater für seine Kinder.
Deshalb dürfen wir ihn auch Vater nennen.
So beten wir voll Vertrauen…

Überleitung zum Segen:
Über dem Kreuzweg steht die Frage: Siehst Du mich?
Wer fragt das: Ist das unsere Frage an Jesus?
Siehst du mich in meiner Not, mit meinen Fragen, so wie ich bin, so wie es mir geht?
Wenn es unsere Frage an ihn ist, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns sieht.
Und mehr noch, dass er uns begleitet –
er – der dreifaltige Gott:
der Vater, durch den Sohn im Heiligen Geist.

Vielleicht aber stellt auch Jesus die Frage an dich:
Siehst du mich?
Erkennst du mich? Mit welchen Augen blickst du auf mich?
Geben wir ihm eine Antwort darauf – ganz persönlich, wenn wir nun wieder hinausgehen in die Welt, in die Karwoche, auf Ostern zu.
Gehen wir, geben wir eine Antwort durch unser Leben und bringen den Frieden.


Wir empfehlen, dem Mitgebsel auch eine Übersicht über die liturgischen Angebote (der beteiligten Gemeinden) während der Karwoche mitzugeben und vielleicht sogar zu einem Wiedersehen in der Osternacht einzuladen.