Informationen zum aktuellen Kreuzweg

Erlösung

Gedanken zum Kreuzweg 2012

 

Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend nimmt seit 54 Jahren auf besondere Weise das Leiden Jesu in den Blick – der Heilige Rock, das Gewand Jesu, das in Trier (vermeintlich) liegt, führt uns diesen Leidensweg ganz konkret vor Augen.

Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend verwebt seit 54 Jahren auf seine Weise den Glauben an die Erlösung mit dem eigenen Leben – der Heilige Rock zeigt, dass es wahrhaftig um´s Leben geht.

Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend überwindet Grenzen – Landesgrenzen (lange Jahre die deutsch-deutsche), konfessionelle Grenzen und die zwischen den Generationen –, der Heilige Rock ist, ungeteilt und in einem Stück gewebt, wie nichts sonst, Zeichen für den einen Leib Jesu.

 

 

Es begann mit einem kurzen Gespräch.

Wir haben Heilig-Rock-Wallfahrt. Das könnte doch auch für den Jugendkreuzweg interessant sein.

Aber eine Wallfahrt – ist das ökumenisch? Und dann noch zu einer Reliquie? Zu einem Tuch, von dem man nur weiß, dass man nichts Genaues weiß? Die Gespräche mit dem Wallfahrtsleiter, Msgr. Dr. Georg Bätzing, legten rasch offen: hier geht es um einen ganz anderen Stoff. Und der heißt Erlösung.

Dieses Gewand, das uns den „Heiland und Erlöser“, wie es im Wallfahrtsgebet heißt, plastisch vor Augen führt, erinnert uns an unsere eigene Erlösung – und zugleich, wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, auch an unsere eigene Erlösungsbedürftigkeit. Denn die tagtägliche Erfahrung ist doch die: dieser Jesus, der lang erwartete Christus, hat ja nicht Leid und Not einfach mit ans Kreuz genommen; oder etwa Angst und all das, was uns von einem freien und prallen Leben in Fülle abhält – zu dem uns doch Gott eigentlich ruft – weggenommen. Aber, wenn wir ihm glauben können, dann schenkt er uns die doch Gewissheit, dass er genau auch dort schon war. Und ist.

Das ist Erlösung: er löst uns so aus dem, was uns gefangen hält und von Gott fernhält. Aus unserer Angst, aus unserer Sucht nach…, aus unserer Unbeweglichkeit und Bequemlichkeit, aus… aus … aus…!

 

Nein. Da bleibt´s eben nicht mehr „katholisch“. Das geht uns Christen alle an. Da geht’s ans Eingemachte – ans Leben. Erlösung ist ein Thema, das ist nicht von einer Denomination für sich gepachtet ist.

 

„Er- löse uns“ ist der Ökumenische Kreuzweg der Jugend überschrieben und damit hat das Redaktionsteam das Leitwort des Vorbereitungsjahres auf die große Wallfahrt in Trier aufgegriffen. Denn genau diese Erlösung durch Jesu Tod und Auferstehen wird schon an den Menschen konkret und greifbar, die diesen Leidensweg mit ihm gehen. Erlösung bleibt nicht abstrakte Theorie und schöne, wärmende Theologie, sondern gewinnt Kontur in der menschlichen Schwachheit. Da, wo ein jeder und jede das Leben „erstrauchelt“. Welch ein Geschenk. Welch eine Ermutigung.

 

Und auch das eigentliche Motto der Wallfahrt im kommenden Mai, entnommen dem Kleinen Trierer Pilgergebet, „…und führe zusammen, was getrennt ist“, hat ganz viel mit dem Leben zu tun. Der Mensch, der diese Erlösung für sich annehmen kann, der darum weiß und das gut leben kann – ist der nicht ein bisschen wie dieser Rock? Eins. Eins mit sich und eins mit seinem Gott? Rund, weil er um seine Erlösungsbedürftigkeit weiß. Gelassen, weil er nicht allein damit dasteht. Froh, weil es sich so leben lässt. Restlos leben.

 

Weil es um´s Leben geht und um uns Menschen, haben wir diesen Kreuzweg mit den wunderbaren Fotografien von Brigitte Maria Mayer illustriert (http://www.brigitte-maria-mayer.de).

Sie fängt das ganze Leben mit seinen all seinen Facetten und Nuancen so spannend und ergreifend in ihren Bildern ein, die sie bei den Passionsspielen 2010 in Oberammergau geschossen hat.

Diese Bilder entführen uns auf die via dolorsa vor 2000 Jahren und sind so kraftvoll und ausdrucksstark, dass sie zugleich mit dem Leben heute konfrontieren. Mich mit meinem Leben.

Und um das geht´s. Um nicht mehr und nicht weniger.

 

Noch spannender sind aber noch die Gesichter vor Ort. Dort, wo Ihr den Kreuzweg umsetzt. Betet. Feiert. Dort sickert er ins Leben eines jeden einzelnen, verwandelt die frohe Botschaft die Herzen. Lasst uns daran teilhaben. Schickt uns Bilder. Bereichte. Zeitungsartikel. Wir setzen sie dann exemplarisch auf die Homepage.