Infos zum Maler

Stefan Weyergraf gen. Streit

1966

geboren als Stefan Streit, aufgewachsen in Lenting

1986 -1992

Studium der Kath. Theologie in Eichstätt und Wien,

Diplom 1992: Joseph Beuys’ Auseinandersetzung mit dem Christentum

1991

Schüler von Chihiro Shimotani, Bildhauer aus Nara-ken, Japan, geb. 1934

1991-1992

Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in Eichstätt

1992-1996

Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Gerd Dengler

seit 1992

Einzel-und Gruppenausstellungen, Kunst am Bau, Aktionen und Projekte, Leitung von Mal- und Bildhauerkursen

1993-95, 1999, 2008, 2009

Dozent an der Sommerakademie Neuburg

1997,1998

Codozent von Chihiro Shimotani an der Internationalen Sommerakademie Salzburg

seit 2000

verschiedene Lehraufträge im Fachbereich Kunst, u.a. Dozent an der Kath. Universität Eichstätt / Ingolstadt

2007

aufgenommen in: „Who’s Who in the World“

Kontakt: Fasanerie 1, 85111 Adelschlag,

Tel.+Fax: 08421 / 902593

Weyergraf gen. Streits Bildkosmos:

Vom„Streit – Objekt“, Kunst im Raum, Kunst am Bild bis zur Malerei.

Auf die Frage, was ich denn vor allem sei: Theologe, Dozent, Bildhauer, Objektkünstler, oder Maler würde ich sagen, in all diesen Tätigkeitsbereichen bin ich ein Beobachter in einer Bildwelt, der Bilder in die Welt setzt. Ich sehe mich wie ein Organist, der die unterschiedlichsten Register so zieht, wie er sie eben braucht. Zwischen Dur und Moll, Rhythmus, Takt, Klangfarbe, Disharmonie und Symphonie entsteht durch eine intensive Auseinandersetzung ein eigener Kosmos, sei es mit Bleistift, Meißel oder Pinsel.

Möglichkeiten gibt es viele und auch Mittel, aber letztlich kommt es immer auf die Intensität an. Die Intensionen und die Inhalte von Bildern bewegen sich auf einer anderen Ebene, die häufig von Zeit- und Mode- Erscheinungen, aber auch Dogmatismen und dem Diktat des Marktes mitbestimmt werden. Was mich daran stört, ist zum Beispiel die merkwürdige Tendenz, dass Bilder frei von Inhalten und erzählerischen Geschichten sein sollen, die dann aber im Katalog überaus breit aus unersichtlichen Gründen zum Vorschein gezogen werden. Der Betrachter wird in diesem Prozess vom Bild nicht nur als Sehender, sondern als Schauender entfremdet.

Meine Arbeiten bergen immer Geschichten. Als Beobachter und Bildproduzentfühle ich mich am freisten in der Malerei. In ihrer Vielfältigkeit ermöglicht sie es, die Illusionen der Weltwiederum durch eine Illusion ins Bild zu setzen. Am Ende sollte der Betrachter selbst im Bild sein, ob ihn die Malerei, das Motiv oder das Mehr hinter den Bildern nun anregt oder aufregt. An der Malerei können sich die Augen reiben, sich im Schauen versenken, oder die Sicht auf die Wirklichkeit schärfen.

Abgesehen von dem Passionszyklus und einigen religiös motivierten Werken sind meine Bildthemen weltlicher Natur. Es geht um Menschen, um Brüche im Leben, um den Tanz der Geschlechter und um die Verarbeitung von Bildwelten unserer Zeit.

Das Gesamtwerk des Künstlers kann unter seinen Kontaktdaten erfragt werden.

Chronologie des Passionszyklus

2003

Beginn der Vorbereitungen mit Rahmen- und Grundierungsarbeiten am 03. März.

Anlegen der 24 Farbskizzen direkt auf die Leinwand (je 2,30 x 1,80 m).

19. April erste Berichterstattung im Eichstätter Kurier (EK) über das Vorhaben der „Passion Jesu aus gänzlich neuer Perspektive“.

2004 - 2005

Fertigstellen der Farbskizzen aller 24 Motive und Beginn der malerischen Ausarbeitung vorwiegend während der Fasten- und Osterzeit.

Atelierbesuche von verschiedenen Gruppen, u.a. vom Vorstand des Eichstätter Diözesanrates.

2006

Ausstellung eines Teils (8 Bilder) des noch unvollendeten Passionszyklus: „ansichtssache“ in der evangelischen Thomaskirche Ingolstadt, Friedrichshofen.

2008

erstmalige Ausstellung des vollständigen Passionszyklus: “Augenblick: Passion”, im Haus des Gastes, Eichstätt, anlässlich des Stadtjubiläums in Zusammenarbeit mit dem Sozialfonds „Nachbar in Not“ und umfangreichem Rahmenprogramm. 5000 Besucher in 2 Wochen.

2009

Ausstellung des Passionszyklus im Kloster Plankstetten.

Buchveröffentlichung in der Reihe Extemporalia „Augen-Blick: Passion“ mit Beiträgen von Christina Grimminger und Martin Ostermann, Hrsg. Erich Naab, EOS Verlag 2009.

2010

Ausstellung des Passionszyklus in der Klostergalerie St. Ottilien.

„Es sind spektakuläre Szenen, die der Maler und Theologe Stefan Weyergraf gen. Streit auf die 24 jeweils 2,30 Meter mal 1,80 Meter großen Leinwände festgehalten hat. Spektakulär nicht wegen des großen Bildformates und auch nicht zuerst wegen des Inhaltes, der vielen Menschen in unserer Zeit noch immer geläufig sein dürfte. Was aber ist dann das vollkommen Andere und Neue, das beinahe schon Unerhörte? Es ist der in der gesamten abendländischen Malereigeschichte bislang einmalige Perspektivenwechsel.

Der Betrachter ist im wahrsten Sinn des Wortes im Bild. Er nimmt an der Passion Christi aus der Perspektive des Menschensohnes teil. Er liegt unter dem Kreuz und sieht in die Fratze des Soldaten, er sieht aus der Perspektive des unter das Kreuz gedrückten Menschen seine Umwelt. Schließlich legt der Maler den Betrachter am Ende gar noch mit Jesus aufs Kreuz.“

Rüdiger Klein, DK Nr.91 Osterausgabe 19./20./21. April 2003