Wie siehst Du das?

Wie siehst Du das?

Ganz Gott und ganz Mensch. Den frühen Christen war es sehr wichtig, dass Jesus ganz Gottes Sohn ist, und ganz Mensch. Sie haben sich damit nach zwei Seiten hin gewehrt: gegen die, die sagen, Jesus war ein Mensch wie Du und ich, und hat nur behauptet, er sei Gottes Sohn; denn dann wären alle seine Zusagen und seine Lehren über Gottvater nur heiße Luft und dann wäre auch sein Leidensweg ohne Folgen für uns.

Und zum anderen haben sich die Christen der Urkirche recht schnell gegen die gewehrt, die mutmaßten, Jesus sei ganz Gott und habe nicht wie ein Mensch empfunden und gefühlt. Demnach hätte er auch am Kreuz gar nicht richtig gelitten.

Der Jugendkreuzweg dieses Jahres baut auf ganz intensive Weise Brücken zu diesem leidenden Gottmenschen Jesus, dem Christus.

Und zwar in der Weise, dass er uns die Passion sehr intensiv miterleben lässt: wir betrachten das ganze Geschehen durch die Augen Jesu. Das ist zuerst mal ziemlich befremdlich. Soll es aber auch sein. Die Art, wie die Bilder zu uns sprechen, zwingen uns, neu hinzuschauen und auch auf uns selbst und unsere Empfindungen zu blicken. Neu „Stellung zu beziehen“. Hierzu empfehlen wir Euch auch besonders die Ausführungen des Künstlers in diesem Journal.

Für uns, das Redaktionsteam, war die Beschäftigung mit diesen Bildern sehr intensiv. Uns ist stets wichtig, dass wir Euch keine Anleitung zu einem Historienspiel mitgeben. Jesu Leiden und Kreuz geschah vor 1.977 Jahren – aber es geschieht auch hier und heute und für Dich und mich. Jesu Passion hat zuallererst was mit Dir und Deinem Leben zu tun. Mit Deinen eigenen Lebensthemen und Lebensfragen.

Woher, wenn nicht aus Kreuzweg und Auferstehung ziehst Du Deine Hoffnung und Zuversicht? Deine Courage und Dein Vertrauen in die Zukunft?

Deshalb haben wir diese Bilder gewählt. Es sind 7 aus 24. Und sie alle fordern uns auf ihre spannende und packende Art auf, uns an Jesu Seite zu stellen und eben auch Stellung zu beziehen.

Diese Aktualität machen auch diesmal wieder Jugendliche deutlich, die die Themen der Stationen auf ihr Leben übersetzen – alle Originaltexte und viel mehr findet Ihr auf der Homepage. Wir danken diesen jungen Menschen, die uns so freimütig von ihrem Glauben, ihrem Hoffen und Sehnen, auch ihrem Zweifeln und Ringen mit Gott Zeugnis gegeben haben.

Und jetzt seid Ihr dran:

wir hoffen, dass unsere Materialien Euch helfen, tiefer und tiefer in unseren Glauben einzutauchen und das eigene Leben von ihm bereichern zu lassen. Wir wünschen Euch, dass es Euch vor allem gelingt, Jesus so nachzufolgen, wie es Euer Leben erlaubt, im Wissen um seine befreiende und erlösende Gegenwart und in der Hoffung auf das Mehr, das Jesus versprochen hat.

Dabei wünschen wir Euch viel Courage und viel von Seinem Geist –

das Redaktionsteam

Anmerkung:

Wir wählen in diesem Grußwort mit Bedacht die Du-Form, die uns für den Ökumenischen Kreuzweg der Jugend trefflich erscheint. Mit Respekt und Hochachtung sind selbstverständlich alle Personen, die wir sonst siezen würden, mitgemeint.