Gut, dass Ihr da seid! - Jugendkreuzweg 2010

Ein Kreuzweg ohne Kreuzwegstationen? Seltsame Sache.
Aber bewusst so gewählt. Wir wollten einen anderen Zugang zu dem rätselhaften Geschehen rund um Tod und Auferstehen Jesu finden und stießen auf die letzten sieben Worte Jesu am Kreuz. Vielmehr müsste man im heutigen Deutsch sagen: die letzten sieben Sätze. Blättert man durch die vier Evangelien, die uns ja von der Kreuzigung auf je eigene Art Bericht erstatten, so stoßen wir auf diese Sätze Jesu.
Wir waren nicht die ersten, die so vorgingen. Diese letzen sieben Worte wurden schon mehrfach vertont (Heinrich Schütz, Joseph Haydn, u.v.a.) und fanden in Kunst und Literatur, auch in verschiedenen liturgischen Formen, ihre Würdigung.

Wir, das Redaktionsteam, beschäftigten uns mit diesen Worten, und wir kamen an einen Punkt, an den wir immer wieder gelangen und der uns immens wichtig ist: wer Jesus, seine Kreuzigung und dieses unglaubliche, kaum verständliche Heilswerk Gottes betrachtet, der darf keine Angst haben, sich mit sich selbst und dem eigenen Leben zu beschäftigen!
Der Blick aufs Kreuz ist kein historischer Blick zurück, der mich völlig unberührt lässt. Es ist immer ein Blick auf die eigenen Lebensthemen und Lebensfragen.
Die Kraft für diesen Blick und das Licht jedoch kommen vom Kreuz. Jesus schenkt mir Perspektiven und Antworten. Und manches, mal vielleicht sogar den Mut, genauer hinzuschauen.

Deshalb haben wir auch diese Zusammenstellung der Bilder gewählt, weil sie die Worte Jesu und die der jungen Menschen nochmals in die Tiefe führen können.
Und aus demselben Grund beginnen unsere Stationen diesmal auch mit Zitaten von Jugendlichen, die die Worte Jesu mit ihren Ohren hören und deuten (eine Fülle von Interpretationen findet Ihr auf unserer Homepage).
Diese setzten sich in Taizé mit den Zitaten auseinander. Mit der Communauté von Taize konnten wir in diesem Jahr sehr eng zusammenarbeiten und haben es als große Bereicherung erlebt.
Wir danken all diesen jungen Menschen, die uns so freimütig von ihrem Glauben, ihrem Hoffen und Sehnen, auch ihrem Zweifeln und Ringen mit Gott Zeugnis gegeben haben.
An sieben von ihnen (zu jeder Station passend) haben wir offene Briefe gerichtet und ihnen auf ihre Interpretationen geantwortet. Ihr findet sie hier in der Materialsammlung.

Und jetzt seid Ihr dran:
wir hoffen, dass unsere Materialien Euch helfen, tiefer und tiefer in unseren Glauben einzutauchen und das eigene Leben von ihm bereichern zu lassen. Wir wünschen Euch, dass es Euch vor allem gelingt, Jesus so nachzufolgen, wie es Euer Leben erlaubt, im Wissen um seine befreiende und erlösende Gegenwart und in der Hoffung auf das Mehr, das Jesus versprochen hat.
Dabei wünschen wir Euch viel Courage und viel von Seinem Geist –

das Redaktionsteam


Anmerkung:
Wir wählen in diesem Grußwort mit Bedacht die Du-Form, die uns für den Ökumenischen Kreuzweg der Jugend trefflich erscheint. Mit Respekt und Hochachtung sind selbstverständlich alle Personen, die wir sonst siezen würden, mitgemeint.